Holzhausen

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Altpapiersammlung am 27. Oktober 2018

 

- Achtung geänderter Termin -

 

Der Jugendclub Holzhausen führt am Samstag, 27. Oktober 2018 in Holzhausen die nächste Altpapiersammlung durch.

Der Jugendclub Holzhausen bittet jeden Haushalt, das gesammelte Altpapier t gebündelt bis 8.30 Uhr an den Straßenrand zu stellen oder am Sammeltag direkt zum Sammelcontainer am Ende der Lindenstraße/Kreuzung Seeäckerstraße zu bringen.

 

Volkstrauertag 2016 – Ansprache von Ortsvorsteher Lutz Strobel am 13. November 2016 Drucken E-Mail
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Frieden und Freiheit, das sind die Grundlagen jeder menschenwürdigen Existenz.“ Fast selbstverständlich, sollte man meinen.

Mit diesem Wort von Konrad Adenauer, dem ersten Kanzler der Bundesrepublik Deutschland, möchte ich Sie auf der heutigen Gedenkstunde zum Volkstrauertag begrüßen. Ich danke Ihnen, dass Sie heute hierhergekommen sind, um der vielen Frauen, Männer und Kinder aus unserem Land und vielen anderen Ländern zu gedenken, die Opfer von Krieg und Gewalt geworden sind.

Heute am 13. November 2016, bereits mehr als 100 Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs und mehr als 70 Jahre seit Ende des Zweiten Weltkriegs, begehen wir wieder den Volkstrauertag. Gemeinsam halten wir heute die Erinnerung an die dunkelsten Kapitel wach, und gedenken den Menschen, die im Krieg und durch Gewaltherrschaft starben.

Der Sinn des Volkstrauertags lässt sich sehr treffend mit der Feststellung von Berthold Brecht erklären: „ Das Gedächtnis der Menschheit für erduldete Leiden ist erstaunlich kurz. Ihre Vorstellungsgabe für kommende Leiden ist fast noch geringer. Die Abstumpfung ist es, die wir zu bekämpfen haben. Lasst uns das tausendmal Gesagte immer wieder sagen, damit es nicht einmal zu wenig gesagt wurde." Daher gedenken wir heute erneut an die Toten und das Leid der vergangenen Weltkriege. Ebenso schauen wir mahnend darauf zurück und gedenken der gefallenen Soldaten und der getöteten Zivilisten. Mehr als 55 Millionen waren es weltweit.

Auch an die Millionen Opfer, die wegen ihrer Religion, ihres Glaubens, ihrer Herkunft oder ihrer Ansichten verfolgt, misshandelt und getötet wurden, wollen wir heute erinnern.

Erinnern möchten wir auch an die vielen Opfer mit körperlicher, seelischer oder psychischer Behinderung. Über 300.000 kranke Menschen wurden ermordet. Ihnen allen sind wir es schuldig, den Frieden und die Freiheit zu schützen.

Aus diesem Grund gedenken wir am Volkstrauertag allen - auch den heutigen —Opfern des Krieges, des Terrors und der Gewalt.

Schaut man sich die Liste der diesjährigen Terroranschläge an, wurden 2016 mehr als 80 Attentate mit terroristischem Hintergrund ausgeübt, darunter auch Anschläge in Deutschland, in Essen, Würzburg, Ansbach oder Dresden, aber auch in unsern Nachbarländern, Frankreich und Belgien. Der überwiegende Teil der Anschläge ist islamistisch fanatisch und terroristisch geprägt. Täglich vernehmen wir Meldungen über kriegerische Auseinandersetzung in allen Teilen der Welt, in diesen Tagen wieder in Afghanistan, in Syrien, in der Ukraine, oder auch in der Türkei.  Das vergangene Jahr war ein ernüchterndes, was die Beilegung und Verhinderung von gewaltsamen Konflikten angeht. Und ein Blick in die Zukunft verspricht keine Besserung.

Die jüngsten politischen Ereignisse geben großen Anlass zur Sorge, dass viele aus der Geschichte nichts gelernt haben. Europa rückt immer mehr und mehr auseinander und rechtsextreme Gruppierungen sind auf dem Vormarsch. Europa steht heute mehr als je zuvor vor neuen großen Herausforderungen und der Zusammenhalt der Mitgliedsstaaten wird mehr und mehr auf den Prüfstand gestellt. Auch die Fremdenfeindlichkeit scheint langsam wieder salonfähig zu werden. Wenn wir sehen, mit welcher Überzeugung Menschen mit anderer Gesinnung, einer anderen Einstellung, anderer Herkunft oder anderen Glaubens ausgegrenzt, gedemütigt und verachtet werden, dann muss uns das wütend machen und uns zum überlegten Handeln auffordern. Die Muster sind erschreckend ähnlich, wenn wir sie mit den Ereignissen vergleichen, an die wir im Rahmen des heutigen Volktrauertags erinnern. Wir müssen uns die Sinnlosigkeit und die Menschenverachtung von Krieg und Gewalt, Terrorismus, Verfolgung und Vertreibung aber auch der Fremdenfeindlichkeit immer vor Augen führen.

Weltweit sind laut der Vereinten Nationen zurzeit über 65 Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg, Gewalt und Unterdrückung — mehr als je zuvor. Sie suchen Schutz und menschenwürdige Lebensperspektiven. Die Bilder in den Medien erinnern an die Trecks der Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg.

Viele haben dabei ihren Wunsch nach Freiheit und einem menschenwürdigen Leben mit dem Tod bezahlen müssen. Damals wie heute.

Der Volkstrauertag ist dem Gedenken und zugleich der Versöhnung, der Verständigung und dem bewegenden Appell für Frieden und Freiheit gewidmet. Erinnern heißt Sichtbarmachen. Viele der Familiennamen in unserer Region erinnern an die Schicksale der Vertriebenen aus dem Sudetenland, Ostpreußen, Schlesien oder Pommern. Die Vertriebenen und Flüchtlinge haben das Leid und die Not an eigener Haut erfahren.

Es sind die ganz persönlichen Schicksale und die Dimensionen des Zweiten Weltkriegs, die uns immer noch verstören. In vielen Familien gibt es bis heute die traurige Erinnerung an Gewalt, Verlust und Zerstörung.

Wir brauchen daher den Respekt und die Orte des Innehaltens für unser nationales Gedächtnis und für die jüngeren, für die nachkommenden Generationen, denen dies fremd ist, die in den vergangenen 70 Jahre unmittelbaren Krieg glücklicherweise nie erleben mussten.

Denn mit dem Gedenken an die Opfer und Schicksale der Weltkriege geht eine wichtige Ermahnung einher, dass wir uns gemeinsam gegen Krieg, Terror, Gewalt und Vorurteile wehren müssen.

Wir müssen uns die Sinnlosigkeit und die Menschenverachtung von Krieg und Gewalt, Terrorismus, Verfolgung und Vertreibung aber auch der Fremdenfeindlichkeit immer vor Augen führen. Es darf nicht sein, dass Flüchtlinge und Einheimische in unseren Städten und Gemeinden tätlich angegriffen und verletzt werden. Fundamentalismus, Rechts- und Linksradikalismus oder Fanatismus, die Menschen aufgrund ihrer Religion, Herkunft oder Behinderung zu Menschen zweiter Klasse herabstufen, darf kein Nährboden gegeben werden.

Denn Freiheit, Frieden und Demokratie können nicht von alleine entstehen und nicht von allein erhalten bleiben, das zeigen uns die jüngsten politischen Ereignisse und Herausforderungen. Diese Werte brauchen vielmehr Menschen, die sie erkämpfen und bewahren, die sie schützen und stärken. Unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung, unser Sozial- und Rechtsstaat sind keine selbstverständlichen Güter.

Solidarität und Toleranz sind und bleiben die Grundsteine für diesen Frieden.

Für eine gewaltlose Gemeinschaft ohne Vorurteile und ein Leben in Freiheit und Frieden sind wir alle gemeinsam und solidarisch verantwortlich.

Freiheit und Demokratie brauchen Menschen wie Sie und mich, die sie erkämpfen und bewahren, die sie schützen und stärken. Die Werte, die wir schätzen und die die Grundlage unserer Gesellschaft bilden, sie sind keine selbstverständlichen Güter.

Wir sind gefordert die Werte zu leben, die eine freiheitliche und soziale Demokratie prägen, dazu gehört auch die Erinnerung. Der heutige Volkstrauertag ist daher kein Relikt aus alten Tagen, sondern ein wichtiger Gedenktag um auch bei den jüngeren Generationen, die Erinnerung an das erfahrene Leid und die Sehnsucht nach Versöhnung und Frieden wachzuhalten. Lassen Sie uns diesen heutigen Volkstrauertag zum Anlass nehmen, Gedenken, Trauer und Erinnerung in verpflichtendes Nachdenken umzusetzen. .

Meine Tochter Deborah Strobel spricht die Worte der Totenehrung.

Gemeinsam mit Gregor Plocher, dem stellvertretenden Ortsvorsteher werden wir dann den Kranz der Gemeinde Holzhausen hier am Ehrenmal nieder legen.