Rückblick auf 9. Holzhauser Stubennachmittag Drucken
Der neunte Holzhauser Stubennachmittag im Casino der Firma Kipp stand ganz im Zeichen von fleißigen Bienen und unter dem Motto: „Wie kommt der Honig ins Glas?“ Und da hatte der Referent des gestrigen Nachmittags, Theo Plocher, sehr zur Erheiterung der überwiegend älteren Generation eine ganz simple Antwort parat: „Ganz einfach. Man füllt ihn hinein.“

Bis das aber soweit ist, da hat der Imker und sein Bienenvolk ganz schön viel Arbeit, und darüber informierten gestern in einem sehr informativen Vortrag die Hobbyimker Ingrid und Theo Plocher eine stattliche Gästeschar, denn mehr als 100 Zuhörer/innen hatten sich eingefunden, um den traditionell gemütlichen Nachmittag am Aschermittwoch gemeinsam zu verbringen. Ortsvorsteher Lutz Strobel und die Leiterin der Seniorengymnastik, Heide Schaaf, begrüßten die erwartungsvollen Gäste. Beide dankten vor allem der Familie und Firma Kipp für die Bereitstellung des Casinos und das Herrichten des Raumes.

StubennachmittagMusikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung vom Holzhauser Wald- und Wiesenchörle unter der Leitung von Gerda Flaig, die ausnahmslos Liedstücke ausgesucht hatte, die zum Thema passten, also bei denen es um Bienen oder Honig ging.

„Und natürlich gibt’s heute auch Bienenstich“, sagte Heide Schaaf. „Und das beste, es kostet wieder älles nix.“ Das galt auch  für Kaffee und Hefezopf, Schmalzbrot und das Viertele, so dass die Seniorenschar einen gemütlichen und vor allem informativen Nachmitttag verbrachte. Zum Schluss stand wieder ein Spendenkässle bereit, denn mit den Spenden aus dem Stubennachmittag soll in diesem Jahr das Schulprojekt „Bienen“ unterstützt und Spiele für einen Spiele-Nachmittag im Gemeindehaus angeschafft werden.

Nach dem Vortrag des Ehepaars Plocher erfreuten Gerda Flaig und Gretel Lebold die Besucher noch mit einem urigen Sketch über Kartoffelschnitz und Spätzle.

Das Imkern hat vor allem bei Ingrid Plocher schon Tradition, die von Kindesbeinen an mit Bienen aufgewachsen ist. So erhielt ihr Großvater schon 1905 in Österreich eine Medaille für seine Arbeit mit Bienen. Das Holzhauser Ehepaar  betreibt die Imkerei  seit Mai 2009, Theo Plocher erinnerte sich aber daran, dass bei seinem Großvater auch schon ein Bienenstock im Garten gestanden habe. Auf den Trichter gekommen sind die beiden eher zufällig, und zwar durch ihr zweites Hobby, den Posaunenchor, als man einen bei Besuch bei Erika und Gottlob Baumann machte. Und seitdem widmen sich die beiden ihrem Hobby, wobei Theo Plocher vielsagend sagte: „Ich hab es gut. Ich arbeite mit vielen Frauen und die schwärmen alle für mich.“

Nun, Theo Plocher meinte sicher „schwärmen um mich herum“, denn so ein Bienenvolk kann im Sommer bis zu 40000 Bienen (im Winter 5000) umfassen. Die beiden erklärten im Wechsel unter anderem sehr anschaulich den Aufbau eines Bienenstocks und schilderten auch, wie Bienen den Winter überstehen. Sie kuscheln sich zu einer Art Kugel zusammen, bewegen sich dabei ununterbrochen, so dass in der Mitte der Kugel eine Temperatur von bis zu 30 Grad entstehen kann, auch wenn es draußen 20 Grad minus hat. Derzeit fängt das Bienenvolk an warmen Tagen schon zu fliegen an, denn draußen gibt es die ersten Weide- und Haselnusspollen, wobei die Pollen sehr wichtig für die Entwicklung der Bienen ist. Den Honig produzieren die Bienen dann aus Nektar, der aber erst mit der Blütezeit von Pflanzen und vor allem Obstbäumen gewonnen werden kann. Theo Plocher sagte, dass 80 bis 90 Prozent der landwirtschaftlichen Erträge im Pflanzen- und Obstbau von der Bestäubung abhängen.

Als problematisch bezeichnete der Hobbyimker die Monokulturen in der Landwirtschaft.

Bienen sind übrigens das einzige Insekt, das eine so genannte Blütenstetigkeit hat, das heißt, eine Biene fliegt bei einem Sammelflug nicht von einer Blume zu einem Obstbaum und dann ins Rapsfeld, sondern bleibt zum Beispiel  in einer Obstanlage, holt sich dort den Nektar und die Pollen und bestäubt dabei die Blüten. Deshalb gibt es zum Beispiel auch reinen Blüten-, Raps- oder Waldhonig. Die Besucher erfuhren auch, dass eine Königin bis zu 2000 Eier pro Tag legt,  dass sie den Bienenstock nur zum Hochzeitsflug, begleitet von zwölf Bienen, verlässt.  Und dass der Drohn, das Männchen, nach der Begattung stirbt.

Eine Königin lebt etwa drei Jahre, die Arbeiterinnen im Sommer zwei bis vier Wochen, im Winter zwei bis sechs Monate und die Drohnen  ein bis drei Monate.

Das Ehepaar Plocher ging in seinem dreiteiligen Vortrag auch auf die seit zweieinhalb Jahren bestehende Bienen-AG an der Grundschule ein, an der zwischen 20 und 24 Kinder mitarbeiten. Plocher zeigte Bilder von der letzten Honigernte mit den Kindern. „Das ist die Zeit, in der die Bienen sehr aggressiv sind, denn sie merken, dass man ihnen etwas wegnimmt. .“ In den letzten Jahren habe man deshalb versucht, friedlichere Bienen zu züchten.

Den Quiz mit insgesamt 8 Fragen zum Thema gewann Gerhard Müller mit allen erratenen Fragen.

Mit Blumen und Weinpräsenten wurden allen Akteuren und Helfern an diesem Nachmittag durch Heide Schaaf und Lutz Strobel gedankt.

Alle Besucher aus dem gesamten Stadtgebiet Sulz zeigten sich begeistert von diesem Stubennachmittag und hoffen auf einen 10. Stubennachmittag im Februar 2018.

 

Stubennachmittag

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